Wer kann sich auf dem Reichholdareal ansiedeln?

Es stehen Flächen ab 1000 Quadratmeter für Industrie- und Gewerbebetriebe zur Verfügung. Das Reichholdareal gehört zum kantonalen Entwicklungsschwerpunkt Eigenamt/Birrfeld. Hier sollen unter anderem wertschöpfungsintensive Unternehmen aus dem Bereich Spitzentechnologie angesiedelt werden. Verkehrsintensive Nutzungen wie reine Logistikunternehmen, Baumärkte oder Einkaufszentren kommen nicht in Frage.

Mit welchem Bauvolumen kann gerechnet werden?

Die baulichen Möglichkeiten auf dem Reichholdareal werden schon heute durch die geltenden Bauvorschriften der Gemeinden Hausen und Lupfig festgelegt. 

Wie wird das Reichholdareal erschlossen?

Der Masterplan ermöglicht die Entwicklung des Reichholdareals von der verbotenen Zone in ein offenes Areal. Das im Areal geplante Strassen- und Wegnetz wird nach dem Bau den Gemeinden übergeben. Es dient ausdrücklich auch Velofahrern und Fussgängern. Das Wegnetz wird entlang des Süssbachs, innerhalb des Areals und entlang des nördlichen Rands ausgebaut. Dabei wird auf eine den Bedürfnissen entsprechende Ausgestaltung geachtet (beispielsweise Begrünung, Wegbreite etc.).

Für den motorisierten Individualverkehr ist das Areal über die Hauptstrasse erschlossen. Mit den beiden Bushaltestellen «Hausen, Stollen» und «Lupfig, Seeblizentrum» ist das Areal auch durch den öffentlichen Verkehr gut erschlossen. Eine zusätzliche Bushaltestelle im Arealinnern ist im Masterplan vorgesehen.

Können die Gleisanlagen genutzt werden?

Aufgrund einer ausgebauten Weiche sind die Gleisanlagen zurzeit nicht ans Streckennetz der SBB angeschlossen. Wird ein solcher Anschluss gewünscht, kann die Wiederinbetriebnahme mit der SBB geprüft werden.

Was ist der Zeitplan für die Arealentwicklung?

Der im November 2014 unterzeichnete Masterplan gilt als erster Meilenstein, der im Prozess der Arealentwicklung erreicht wurde. Auf dieser rechtsverbindlichen Grundlage wird nun ab Frühjahr 2015 die Vermarktung angestossen.

HIAG Immobilien entwickelt zusammen mit dem Nutzer den Gestaltungsplan, der wiederum von der Gemeinde Hausen bzw. der Gemeinde Lupfig festgesetzt werden muss. Danach kann das Bauprojekt eingegeben werden. Ab dem definitiven Standortentscheid des Nutzers muss deshalb mit einem Planungs- und Realisierungshorizont von rund zwei Jahren gerechnet werden.

Für die Entwicklung des gesamten Reichholdareals rechnet HIAG Immobilien mit 15 bis 20 Jahren.

Ist eine Etappierung der Überbauung des Reichholdareals geplant?

Aufgrund der Grösse des Reichholdareals ist eine Etappierung der Bauprojekte nötig und sinnvoll. Wo der erste Bauplatz sein wird, hängt von den Bedürfnissen der interessierten Unternehmen ab. Zudem muss der Fortschritt in der Beseitigung der Altlasten auf Lupfiger Boden berücksichtigt werden. Auf dem Hausener Arealteil ist eine Überbauung rascher möglich, da keine Altlasten zu erwarten sind.

Wieso sind innerhalb des Masterplans mehrere Gestaltungspläne vorgesehen?

Die hohen Anforderungen an einen Gestaltungsplan, die von den Gemeinden und dem Kanton gestellt werden, können nur in Abstimmung mit dem späteren Nutzer erfüllt werden. Hinzu kommt, dass das Areal auf dem Gebiet zweier Gemeinden liegt.

Der Masterplan dient dazu, schon vor dem ersten Kontakt mit einem potenziellen Nutzer rechtsverbindliche Rahmenbedingungen für alle beteiligten Parteien zu schaffen. Dies gewährleistet, dass die Arealentwicklung ganzheitlich und im Interesse aller voranschreitet.

Welchen Stellenwert hat der Masterplan, und für wen ist er verbindlich?

Der Masterplan legt die Rahmenbedingungen fest bezüglich Siedlung und Gestaltung, Grün- und Freiräumen sowie Erschliessung und Verkehr für die nachgelagerten Planungen der Arealentwicklung. Der von den Behörden der beiden Gemeinden und den Grundeigentümern unterzeichnete Masterplan ist verbindlich.

Die Grundeigentümer und die Gemeinden verpflichten sich, ihre Tätigkeit auf die Ziele und Inhalte des Masterplans auszurichten. Vorbehalten bleiben die Entscheide der Gemeindeversammlung, soweit sie zuständig ist. Der Masterplan wurde mit dem Kanton bereits bereinigt, damit keine Widersprüche zum übergeordneten Recht bestehen. Ändern sich die Rahmenbedingungen, kann der Masterplan mit Zustimmung aller Parteien angepasst werden.

Wie wird die architektonische Qualität entlang der Haupt- bzw. der Hauserstrasse gewährleistet?

Die Strasse entlang der Westseite des Areals ist eine wichtige Zufahrt zur Gemeinde Hausen. Für eine angemessene Gestaltung dieses Arealteils macht der Masterplan besondere Vorgaben. Bauten sollen hier vorzugsweise an den Grenzlinien der Baubereiche zu liegen kommen, Büro- und Dienstleistungsgebäude haben Vorrang und entlang der Strasse wird eine Reihe von Hochstammbäumen entstehen wie anderswo im Hausener Ortsbild. Weitergehende Details werden die Gestaltungspläne und die Eingaben der Bauprojekte regeln.

Wie viel Zusatzverkehr wird durch die neue Nutzung ausgelöst? Welche Massnahmen werden dagegen ergriffen?

Aufgrund der möglichen Bauvolumen und der Nutzungsvorschriften wurde eine Verkehrsprognose berechnet, die dem Masterplan zugrunde liegt. Diese Berechnungen stellen fest, dass die geplante Nutzung für das Strassennetz tragbar ist. Das genaue Verkehrsaufkommen kann berechnet werden, sobald die künftigen Nutzer bekannt sind.

Die Gestaltungspläne auf der Grundlage des Masterplans legen nötigenfalls konkrete Massnahmen zur Verkehrsverminderung fest. Bei Bedarf sieht der Masterplan eine zusätzliche Bushaltestelle im Areal vor. Längerfristig unausweichlich aufgrund der Gesamtentwicklung des Birrfelds ist eine Kapazitätserweiterung des Seebli-Knotens. Die Verantwortung dafür liegt beim Bundesamt für Strassen und beim Kanton.

Wie sehen die Eigentumsverhältnisse aus?

Insgesamt umfasst das Reichholdareal rund 75 000 Quadratmeter. HIAG Immobilien ist Eigentümerin von 62 000 Quadratmetern Grundstücksfläche, Dritteigentümer besitzen 13 000 Quadratmeter Grundstücksfläche. 43 Prozent der Gesamtfläche liegen auf dem Gemeindegebiet von Hausen (32 000 Quadratmeter), 57 Prozent auf demjenigen von Lupfig (43 000 Quadratmeter).

Werden Parzellen verkauft?

Sämtliche Parzellen von HIAG Immobilien bleiben im Eigentum des Unternehmens. HIAG Immobilien verfolgt keine Verkaufsstrategie, sondern will langfristig Eigentümerin bleiben. Das Unternehmen plant und baut auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmte Hallen, Bürogebäude etc. und stellt den Nutzern diese Räumlichkeiten langfristig im Mietverhältnis zur Verfügung.

Wie wird das Altlastenproblem gelöst?

HIAG Immobilien wird unterstützt von der Umweltberatungsfirma Ecosens AG in Wallisellen. In enger Zusammenarbeit mit der Sektion Abfälle und Altlasten der Abteilung für Umwelt des Kantons Aargau, die regelmässig Auswertungen und Rapporte erhält, wird im Laufe des Jahres 2015 ein Konzept für sanierungspflichtige Stellen auf dem Areal erstellt.

Was geschieht mit dem Stollen auf dem Areal?

Eine Begehung und Untersuchungen durch die Ingenieurfirma Lombardi AG im Dezember 2013 und Januar 2014 ergaben, dass der Stollen baulich in einem sehr guten Zustand ist. Von ihm geht keinerlei Gefährdung für Anwohner aus. Eine Nutzung des Stollens ist zum jetzigen Planungszeitpunkt nicht vorgesehen.

Wieso wird im Masterplan auf dem Südteil ein Wildtierkorridor ausgeschieden?

Auf Wunsch des Kantons wird entlang der Autobahn am südlichen Ende des Reichholdareals ein Wildtierkorridor entstehen. Laut Kanton ist dieser Ort aufgrund der regionalen Gegebenheiten dafür am besten geeignet. Der entstehende begrünte Streifen hat den zusätzlichen Vorteil, dass er das Areal sanft abschliesst.